2. Mai 2010
Im Rahmen meiner aktuellen Fortbildungsmaßnahme habe ich verschiedene aktuelle Ziegelsteine erworben. Der Schönfelder ist natürlich _das_ Original. Daneben - völlig unbedeutend - gibt es diese handlichen Dinger auch noch für Steuergesetze, Steuerrichtlinien und Steuererlasse.
Und beim Besuch bei Hosers habe ich mich diesmal tatsächlich dazu entschlossen, die Ergänzungslieferung zu abonnieren. Am Samstag kam dann auch gleich die erste. Ich glaube, die letzte Ergänzungslieferung habe ich irgendwann 1993 oder 1994 in meiner damaligen Ausbildungskanzlei einsortiert. In den Jahren seither habe ich immer komplett neue Ziegelsteine gekauft und mich um das lästige Einsortieren so gedrückt.
Und ich hatte Glück: ich kann es tatsächlich noch und ausserdem bestand die Lieferung lediglich aus dem _komplett_ ausgetauschten EStG. Das sieht man dem Ding natürlich von außen nicht an und ich hatte schon befürchtet, jetzt erstmal 3 Stunden gegen dieses Dünndruckpapier kämpfen zu müssen. Was für ein Glück.
Dann kann ich ja auch gleich viel früher mit dem Lernen anfangen ;-)
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24. April 2010
Frau M. ist wirklich verzweifelt. Dies zeigen schon die Schreibmaschinen-Buchstaben und insbesondere die Ausrufezeichen nach jedem Satz! Schließlich versteigere ich das, wofür ihr Vater und sie gearbeitet haben. Dazu muß ergänzend angefügt werden, daß Frau M. in keinster Weise in irgend einem Verfahren Beteiligte ist, weder im Insolvenzverfahren als Gläubiger noch im Versteigerungsverfahren gem. § 9 ZVG. Sie soll wohl lediglich mal die Lebensgefährtin des Insolvenzschuldners gewesen sein.
Als Insolvenzverwalter bin ich gehalten, gem. § 1 InsO, das Vermögen des Schuldners zu verwerten und den Erlös zu verteilen. In diesem Fall handelt es sich beim Vermögen des Schuldners unter anderem um ein Haus am anderen Ende der Bundesrepublik. Dies impliziert ja im Grunde auch schon, daß Frau M. offensichtlich nicht Eigentümerin des Grundstückes sein kann. Denn sonst wäre das Grundstück nicht im Insolvenzbeschlag und ich könnte nicht einfach so ihr “ganzes Vermögen” versteigern.
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24. April 2010
Nachdem ich in der vorvergangenen Woche eine Woche Blockunterricht Umsatzsteuer und Ertragsteuern geniessen durfte, war ich dann in der letzten Woche erstmal im Urlaub.
Nun bin ich wieder da und es ist toll, wieder im Büro zu sein.
Ich wühle mich grad durch 7 Tage Eingangspost. So komprimiert, ist das einerseits ganz effizient, andererseits auch echt erschlagend. Teilweise ist wirklich tolle Post mit tollen (Zwischen)-Ergebnissen dabei, bei anderen Sachen kann man nur mit dem Kopf schütteln.
Ich schau mal, dass ich ein paar Schmankerl posten werde :-)
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17. März 2010
Eigentlich eine simple Frage. Aber ich fand es trotzdem beeindruckend, sie gestellt zu bekommen.
Gestellt hat sie mir Herr Müller, der mit seiner Frau Schöneich-Müller von mir in das Insolvenzverfahren begleitet wurde. Das wäre jetzt ja erstmal nichts besonderes, wenn Herr Müller nicht selbst so viele Probleme und Schwierigkeiten hat, daß ich mich frage, wo er die Kraft hernimmt. Wir sitzen gemeinsam mit dem bestellten Insolvenzverwalter in der Wohnküche und besprechen die beiden “Fälle”.
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25. Februar 2010
Nach dem heutigen Donnerstags-Jour-Fix habe ich via Direktionsrecht 4 Mitarbeiter nach Hause geschickt. Völlig krank hier rumgeistern geht gar nicht.
Grippe, wahlweise mit Magen-Darm oder ohne, völlig erkältet, mit Halsschmerzen oder ohne, Husten, der sich nach offener TB anhört, ist grad so das Best-Of, was wir hier zu bieten haben.
Da gibt es dann auch keine Diskussionen mit mir: Heim und ab ins Bett.
Ich glaub, wenn ich so runterhöre aus meinem Dachgeschoss, brauchen die das auch noch schriftlich. Mal rausschmeißen endlich :)
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24. Februar 2010
Mitte November 2008 kam Frau Gabel zur Erstberatung.
Eigentlich ein einfacher Fall: Konsumkredite umgeschuldet und umgeschuldet und umgeschuldet und nun warens ca. EUR 50.000,00 bei der Deutschen Bank. Sonst keine weiteren Gläubiger.
Im Juni 2009 konnte das Verbraucherinsolvenzverfahren dann eröffnet werden. Mitte November 2009 wurde das Verbraucherinsolvenzverfahren dann bereits wieder beendet und die Wohlverhaltensperiode ging los. Alles in trockenen Tüchern sozusagen.
Auch Felix. Der war im November 2008 11 Wochen alt und seine Mutter hat sich nach der Beratung bei uns entschieden, nicht abzutreiben wegen den Schulden.
Frau Nitsche ist ganz stolz. :-)
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18. Februar 2010
In der Post findet sich folgender Beschluss:
“In dem Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der
Frau […]
wird festgestellt, dass der Schuldenbereinigungsplan in der Fassung vom 12.08.2009 als angenommen gilt, weil die Gläubiger mit den erforderlichen Mehrheiten zugestimmt haben und das Gericht durch rechtskräftigen Beschluss vom 10.12.2009 die Einwendungen ablehnender Gläubiger durch eine Zustimmung ersetzt hat (§ 308 Abs. 1 Satz 1, § 309 InsO).
Der Schuldenbereinigungsplan hat die Wirkung eines Vergleichs im Sinne des § 794 Abs. 1 Nr. 1 ZPO (vgl. § 308 Abs. 1 Satz 2 InsO).
Alle Anträge auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das schuldnerische Vermögen und auf Erteilung der Restschuldbefreiung gelten als zurückgenommen; (§ 308 Abs. 2 InsO).”
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22. Januar 2010
Rede der Bundesministerin der Justiz, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger MdB, bei der Haushaltsdebatte am 19. Januar 2010 im Deutschen Bundestag
“Außerdem werden wir die Regelung zur Restschuldbefreiung ändern und die Wohlverhaltenszeit auf drei Jahre halbieren. Das soll ein Signal sein. Nicht zuletzt Gründer sollen nach einem Fehlstart eine zweite Chance bekommen.”
Nach einer anstrengenden Woche mit anstrengenden Mandanten mit anstrengenden Fragen bin ich nicht sicher, was ich davon halten soll.
Und Ihr?
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9. Januar 2010
Da geht das neue Jahr ja gleich richtig gut los.
Aber nachdem Versteigerungsverhinderung eines meiner Lieblingsthemen ist, war die Operation erfolgreich:
“Der Termin mit dem Aktenzeichen * K **-09 wurde leider abgesagt.
Sie erhalten diese Nachricht, weil sie bei einer Absage des Termins informiert werden wollten.
Viele Grüße
Ihre ZVG.com”
Wenn wir Erfolg haben, dann freue ich mich natürlich besonders. :-) Erfolg ist schön. Die Mandanten haben sich sehr gefreut. Nun mal schauen, wie wir die restlichen Schulden totschlagen.
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24. Dezember 2009
Nachdem die letzten Tage nochmal richtig hektisch waren, kehrt eben schlagartig entspannte Ruhe im Büro ein.
Alle Mitarbeiter sind nach Hause gegangen. Morgen ist das Büro geschlossen. Sowohl ich als auch meine Mannschaft haben sich sehr auf die bevorstehenden Festtage und die Einkehr von etwas Ruhe gefreut.
Die Weihnachtskarten sind verschickt. Wie jedes Jahr völlig überraschend steht Weihnachten vor der Tür und die Adressliste ist nicht in Ordnung, die Karten nicht gedruckt und überhaupt. Am Ende ist dann doch noch alles gut gegangen. :-)
Über die vielen Weihnachtskarten von Freunden und Geschäftspartnern mit den vielen individuellen Nachrichten auf Einlegeblättern haben wir uns sehr gefreut. Jede einzelne ist ganz interessiert von meinen Mitarbeitern vorgelesen worden. Jetzt gibt es einen Platz im Erdgeschoss, wo alle Nachrichten und die kleinen Geschenke schön zusammengerichtet sind.
Ich schließe jetzt ab und fahre auch nach Hause. Schicht im Schacht im Bergwerk.
Fröhliche Weihnachten!
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