18. Februar 2010
In der Post findet sich folgender Beschluss:
“In dem Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der
Frau […]
wird festgestellt, dass der Schuldenbereinigungsplan in der Fassung vom 12.08.2009 als angenommen gilt, weil die Gläubiger mit den erforderlichen Mehrheiten zugestimmt haben und das Gericht durch rechtskräftigen Beschluss vom 10.12.2009 die Einwendungen ablehnender Gläubiger durch eine Zustimmung ersetzt hat (§ 308 Abs. 1 Satz 1, § 309 InsO).
Der Schuldenbereinigungsplan hat die Wirkung eines Vergleichs im Sinne des § 794 Abs. 1 Nr. 1 ZPO (vgl. § 308 Abs. 1 Satz 2 InsO).
Alle Anträge auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das schuldnerische Vermögen und auf Erteilung der Restschuldbefreiung gelten als zurückgenommen; (§ 308 Abs. 2 InsO).”
weiter…
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22. Januar 2010
Rede der Bundesministerin der Justiz, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger MdB, bei der Haushaltsdebatte am 19. Januar 2010 im Deutschen Bundestag
“Außerdem werden wir die Regelung zur Restschuldbefreiung ändern und die Wohlverhaltenszeit auf drei Jahre halbieren. Das soll ein Signal sein. Nicht zuletzt Gründer sollen nach einem Fehlstart eine zweite Chance bekommen.”
Nach einer anstrengenden Woche mit anstrengenden Mandanten mit anstrengenden Fragen bin ich nicht sicher, was ich davon halten soll.
Und Ihr?
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9. Januar 2010
Da geht das neue Jahr ja gleich richtig gut los.
Aber nachdem Versteigerungsverhinderung eines meiner Lieblingsthemen ist, war die Operation erfolgreich:
“Der Termin mit dem Aktenzeichen * K **-09 wurde leider abgesagt.
Sie erhalten diese Nachricht, weil sie bei einer Absage des Termins informiert werden wollten.
Viele Grüße
Ihre ZVG.com”
Wenn wir Erfolg haben, dann freue ich mich natürlich besonders. :-) Erfolg ist schön. Die Mandanten haben sich sehr gefreut. Nun mal schauen, wie wir die restlichen Schulden totschlagen.
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24. Dezember 2009
Nachdem die letzten Tage nochmal richtig hektisch waren, kehrt eben schlagartig entspannte Ruhe im Büro ein.
Alle Mitarbeiter sind nach Hause gegangen. Morgen ist das Büro geschlossen. Sowohl ich als auch meine Mannschaft haben sich sehr auf die bevorstehenden Festtage und die Einkehr von etwas Ruhe gefreut.
Die Weihnachtskarten sind verschickt. Wie jedes Jahr völlig überraschend steht Weihnachten vor der Tür und die Adressliste ist nicht in Ordnung, die Karten nicht gedruckt und überhaupt. Am Ende ist dann doch noch alles gut gegangen. :-)
Über die vielen Weihnachtskarten von Freunden und Geschäftspartnern mit den vielen individuellen Nachrichten auf Einlegeblättern haben wir uns sehr gefreut. Jede einzelne ist ganz interessiert von meinen Mitarbeitern vorgelesen worden. Jetzt gibt es einen Platz im Erdgeschoss, wo alle Nachrichten und die kleinen Geschenke schön zusammengerichtet sind.
Ich schließe jetzt ab und fahre auch nach Hause. Schicht im Schacht im Bergwerk.
Fröhliche Weihnachten!
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15. Dezember 2009
Heute habe ich beschlossen, mal vor 8 Uhr abends Feierabend zu machen.
Schicht im Schacht passt sehr gut: Unser Büro in Löwenstein hat den internen Spitznamen “Bergwerk”. Und ja, wenn man genau hinhört und hinsieht, könnte man meinen, Zwerge sind bei der Arbeit :-)
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14. Dezember 2009
Von einem Dienstleister, der sein Geld damit verdient, Post für Leute zuzustellen, erwarte ich eine besondere Sensibilität, was Daten angeht. Ich kann daher nicht verstehen, wenn nach nunmehr 5 Monaten die Rechnungen von mir bezahlt werden und dort seit gleicher Zeitdauer bekannt ist, daß ihr Kunde verstorben ist und ich immer noch mails auf den account von Ulrich bekomme. Da hab ich mich dann mal deutlich geäußert.
“Sehr geehrte Frau [Sachbearbeiter],
ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie zentral in Ihrer Datenhaltung vermerken würden, daß Ihr Kunde Ulrich Stockburger am 14.07.2009 verstorben ist.
Sie haben bereits mehrere Schreiben erhalten, in diesen Sie auf diesen Sachverhalt hingewiesen worden sind. Jetzt kommen immer noch Mails auf dem Account von Herrn Stockburger an. Unabhängig davon, daß ich diese zum Glück lesen kann:
Ich verstehe nicht, wie man so ein schlechtes CRM haben kann!”
Die Antwort kam umgehend und enthielt sogar ein E-Wort.
“Sehr geehrte Frau Jauernig,
unsere Datenbank wurde nun aktualisiert. Bitten entschuldigen Sie diesen Vorfall.
Mit freundlichen Grüßen
[gleicher Sachbearbeiter]
Kundenbetreuung”
Den Tippfehler kann ich verschmerzen. Ich gehe davon aus, daß ich beim nächsten Briefkastenbesuch an der Wohnung von Ulrich wieder Post dort eingelegt finde. Aber das ist nochmal ne andere Baustelle. Und ja, es gibt einen Nachsendeauftrag :)
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11. Dezember 2009
Per Mail erreicht mich folgende Nachricht:
“Schönen guten Abend Frau Jauernig.Natürlich bin einverstanden,das sie diese Rechnung von dem Treuhandkonto einbehalten.Ich bedanke mich noch Herzlich vom ganzen Fünf Zwerge team,ganz besonderst bei ihnen und der Frau Nietsche.MfG [Mandant].”
Mandanten die zufrieden sind und auch noch gerne Ihre Rechnung bezahlen sind das schönste :-)
Und der Mandant hat auch wirklich allen Grund, sich zu freuen: Mein erster Insolvenplan ist durch und rechtskräftig. Die Tage sollte der Beschluss über die Restschuldbefreiung eingehen. Das Insolvenzverfahren ist schon aufgehoben.
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11. Dezember 2009
Immer wieder habe ich auch ganz alte Forderungen in Beratungsmandaten auf dem Tisch.
Bei Frau Heidrich stammt eine Forderung von einer Volksbank. Der Vollstreckungsbescheid datiert vom 03.07.1990. Ursprünglich waren das mal DM 13.418,23. Es wirkt, als wenn der Titel dann irgendwie vergraben und nie wieder angefaßt worden ist.
Die ursprüngliche Hauptforderung ist mit EUR 6.860,63 eingebucht. Völlig ok.
Die Spalte “Kosten” in der vorgelegten Forderungsaufstellung weist gesamt EUR 85,39 aus - vom 25.09.1990 bis 09.12.2009. Offensichtlich ist niemals vollstreckt worden, da sich sonst hier weitere Kosten angehäuft hätte.
Zahlungen sind keine geflossen.
Die Zinsen sind brav ausgewiesen und bedeuten eine Forderung in Höhe von EUR 11.277,75. Nicht schlecht. Nur blöd, wenn hinsichtlich der Zinsen als Nebenforderungen zwischenzeitlich Verjährung eingetreten ist, § 197 Abs. 2 BGB.
Da reduziert sich doch die Gesamtforderung von EUR 18.233,77 mal schwupps um ~ EUR 10.000,00.
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11. Dezember 2009
Erstberatungstermine werden bei uns ganz akribisch vorbereitet. Dafür gibt es einen Prozess, der genau definiert, was wann zu tun ist.
Ein Teilschritt in dem Prozess ist das “Aktenrouting”. Dort ist beschrieben, wie es gelingt, daß der Mandantenordner für den Erstberatungstermin zur richtigen Zeit im richtigen Büro ist. Die Ordner für die Termine in Stuttgart stehen dann an der Bürotür in Löwenstein, damit ich die gleich einpacke und nicht vergesse. Derzeit habe ich irgendwie den Eindruck, da muß ein Nest sein. Jedesmal, wenn ich von einem Termin ins Büro komme, stehen wieder 2 oder 4 neue Ordner an der Tür. Die Arbeit geht uns derzeit nicht aus. :-)
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9. Dezember 2009
Am Samstag im Steuerlehrgang habe ich nach 2/3 der Zeit aufgegeben. Ich war so müde, das machte keinen Sinn mehr. Irgendwas nicht Bestelltes war im Anflug.
Am Montag abend - nach einem Marathontag mit einer abendlichen Marathonsitzung mit meinem Mandanten und der Bilanzbesprechung - war ich dann endgültig KO und hab mich Dienstag früh im Büro dann krankgemeldet. Zum Glück nur eine einfache Erkältung. Meine Mitarbeiter haben sämtliche Termine abgesagt und das Büro in den beiden Tage perfekt geschmissen. Danke.
Einige Mandanten waren ungeduldig, weil sie länger nichts gehört oder gelesen hatten. Nachdem sie eine kurze Info erhalten hatten, waren alle sehr verständnisvoll.
Mittwoch abend, nach gefühlten 100 Litern Tee, viel ausruhen und schlafen, bin ich wieder fit. Ich bin sicher, daß die Welt oder das Büro nicht untergehen wird, wenn ich mal 2 Tage nicht da bin. Außerdem will ich ja nicht irgendwann vorzeitig auf den Waldfriedhof umziehen :) gell Ulrich?
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